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Ausgabe 04/2017


Vielleicht überrascht es Sie – der Irak gehört zum Heiligen Land: «Hier wurden Teile der Bibel geschrieben, hier haben die Rabbinen die Grundlage für ein Judentum ohne Tempel und für die Verkündigung Jesu geschaffen. Der Prophet Daniel ist in Kirkuk begraben und in Mossoul steht die uralte Moschee, frühere Kirche und Synagoge von Jonas,» erklärt der Schweizer Mönch Jens Petzold, der sich im Norden des Iraks, in der autonomen kurdischen Provinz von Erbil, für die Verständigung zwischen den Religionen einsetzt. Und Pater Jens Petzold ist überzeugt: «Der Friede zwischen den Religionen ist die Voraussetzung für einen anhaltenden politischen Frieden.»

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Ausschnitte aus aktuellen Ausgabe:

Artikel auf den Seiten 12/13: «Wir wollen auch in Zukunft Brücken schlagen»

Mitte September fand bereits zum 112. Mal die Generalversammlung des Schweizerischen Heiligland-Vereins statt, dieses Mal in Luzern. Im Mittelpunkt stand zum einen der Besuch des melkitischen Erzbischofs von Galiläa, Georges Bacouni, zum andern ein grosser Wechsel: nach 29 Jahren wechselte das Präsidium.

Thomas Bieger, bilanzierte, dass sich der Verein in den letzten 30 Jahren stark verändert hätte, indem er sich von einem Mitgliederverein zu einem Spenderverein entwickelt hätte. Der scheidende Präsident wünschte sich, «dass die Selbstverständlichkeit in diesem Verein, mit der unentgeltliches Engagement geleistet wird, weiter geht und dass so die Lebensfreude des Evangeliums ausgestrahlt wird.» Zugleich wies er darauf hin, dass der Schweizerische Heiligland-Verein auch in Zukunft eine Brücke von der Schweiz in den Nahen Osten und vom Nahen Osten in die Schweiz schlagen möge.

Als Nachfolger von Thomas Bieger wurden die Theologen Ludwig Spirig-Huber, Bern, und Andreas Baumeister, Liestal, als Copräsidenten gewählt. Abbé Pascal Burri, Montreux VD, ersetzt Pfarrer Beat Marchon, St. Antoni FR, der sich 16 Jahre im Vorstand des SHLV engagierte.

Die Spendeneingänge blieben 2016 nach dem vorangegangenen Rekordjahr 2015 fast stabil. Der Verein konnte über eine halbe Million Franken – 400 000 Franken aus dem Karwochenopfer und 100 000 Franken aus freien Spenden – an 34 kirchliche Initiativen in Palästina, Israel, Libanon, Syrien, Ägypten und Irak verteilen. Die Mehrzahl dieser Projekte sind von katholischen Ordensfrauen und Ordensmännern, sowie Gemeinschaften aus orientalischen Kirchen, die mit der römisch-katholischen Kirche uniert sind, in den Bereichen Bildung, Diakonie und Pastoral initiiert. Zu allen Projektpartnerinnen und Projektpartner unterhält der Vorstand des Vereins persönliche Kontakte, die auf der alle zwei Jahre stattfindenden Projektreise gepflegt und erweitert werden. 2017 konnten die Partnerinnen und Partner im Libanon besucht werden (vgl. dazu die Berichte im Heft 2/2017).

Als Gast konnte der Erzbischof des griechisch-katholisch Erzbistums Akko/Galiläa Monsignore Georges Bacouni begrüsst werden. Er erzählte über die Lebenssituation der Christinnen und Christen im Nahen Osten und insbesondere in Israel. «Wir sind eine Minderheit in einer Minderheit. Einerseits in einem jüdischen Staat, andererseits als christliche Araberinnen und Araber in einer muslimischen Mehrheit. Bischof Bacouni warb für die Unterstützung des «Christian Family Centers» in Haifa, für das in der laufenden Herbstaktion 2017 des Schweizerischen Heiligland-Vereins Geld gesammelt wird, mit den Worten: «Die grösste Herausforderung für unsere Zukunft sehe ich darin, unsere Familien zu stärken – durch eine kompetente Beratung in Ehe- und Erziehungsfragen.»

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Artikel auf der Seite 14: Interview «Nicht vergessen, woher wir kommen»
Ludwig Spirig-Huber im Gespräch mit Andreas Baumeister, dem neuen Copräsidenten des SHLV

Andreas Baumeister, «Alles bleibt anders». Wäre das ein Motto, mit dem Sie Ihre neue Copräsidentschaft beim SHLV beschreiben könnten?
Nach fast 30-jähriger Präsidentschaft von Thomas Bieger ist Kontinuität sicher ein wichtiger Wert, um das Vertrauen der Spender, der Bischöfe und der Projektpartner zu behalten. Wie Thomas Bieger ist auch mir wichtig, dass der SHLV ein kirchlich verankerter Verein bleibt, in dem Freiwilligenarbeit gross geschrieben wird, damit jeder gespendete Franken möglichst vollumfänglich den hilfsbedürftigen Menschen im Nahen Osten zugute kommt, für den er bestimmt ist.

Und, was wird anders?
Der SHLV verwandelt sich im Moment von einem Mitgliederverein zu einem Spenderverein. Das hat mit gesellschaftlichen Veränderungen zu tun. Unterstützung wird weniger einer Organisation als konkreten Engagements gegeben. Dem passen wir unsere Kommunikation an: in unserer Zeitschrift, auf unserer Website und bei unseren Auftritten im Karwochenopfer und bei der Herbstaktion in der kirchlichen Öffentlichkeit.

Worin sehen Sie die Kompetenz des SHLV?
Der SHLV unterstützt seit 112 Jahren christliche Initiativen in den Ländern des Heiligen Landes – in Palästina, Israel, Libanon, Syrien, Irak und Ägypten. Wir helfen kirchlichen Projekten etwa von Ordensgemeinschaften, welche von den grossen Hilfswerken nicht berücksichtigt werden und zu denen wir persönlich Kontakt halten.

Was liegt Ihnen als Copräsident in den nächsten Jahren besonders am Herzen?
Dass wir die verschiedenen, personellen Ressourcen jedes Vorstandsmitgliedes für unsere Arbeit noch besser nutzen. Etwa bei der Evaluation von neuen Projekten oder beim Ausbau unserer Tätigkeit in der Romandie oder im Tessin.

Was motiviert Sie, sich als Co-Präsident zu engagieren?
Vor 35 Jahren durfte ich ein Jahr an der Dormitio in Jerusalem Theologie studieren. Die Erfahrungen damals haben mich für die Vielfalt der Kirchen und Religionen im heiligen Land sensibilisiert. Seither ist mir besonders bewusst, wie sehr die Christinnen und Christen aller Denominationen in den Ursprungsländern des Christentums unsere Hilfe besonders benötigen. Diese Unterstützung erfolgt auch in unserem ureigenen Interesse, damit wir unsere Wurzeln nicht abschneiden und nicht vergessen, woher wir kommen.


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